Erfahrungen in Kanada



 
 

Hier habe ich ein paar Dinge aufgeschrieben, die uns aufgefallen sind, einfach so, unsortiert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Als erstes fällt mir da sofort folgendes ein:
 

Geld/Kosten: Kanada ist teuer! Wenn Sie, wie wir, vorher abschätzen wieviel Geld man so mitnehmen sollte, dann rechnen Sie ruhig schon mal 20 Prozent pauschal drauf. Wir hatten nach den ersten Tagen ernsthafte Befürchtungen das Geld würde nicht reichen. Die Motels sind teuer, die Lebensmittel auch und überall kommen noch reichlich Steuern drauf.
Bezahlen kann man ganz hervorragend mit Reiseschecks (Die in CAD ausgestellt sein sollten) oder mit Karte. Unsere Visa wird wirklich überall genommen. Wir haben Menschen mit Kreditkarte Kaugummis zahlen sehen. Preiswert sind eigentlich nur drei Dinge: Benzin, Fastfood und..
 

Textilien: Nicht nur Jeans, auch alles andere ist durchaus bezahlbar. Mein Lieblingsladen war "Saan". Dort habe ich eine Wrangler für 29,99 CAD und eine Levis für 39,99 CAD gekauft. Das sind umgerechnet ca. 45,- bzw. 58,- DM. Und ein Kaputzensweatshirt hab' ich mir gegönnt. kam auch 39,90 CAD und ist fast einen Zentimeter dick. Ist wohl für den kanadischen Winter gedacht. Ines hat leider in diesem Laden keine Jeans gefunden, nur Namenlose, die waren zwar noch günstiger, saßen aber einfach nicht. 

Sie wurde dann bei "Zellers" fündig. Der Laden läßt sich evtl. mit Kloppenburg vergleichen, ist aber riesengroß mit entsprechendem Angebot. Neben sehr viel "100% Polyester" gab es auch besagte Markenjeans zu guten Preisen.

Wer Designer-Klamotten bevorzugt wird sicherlich bei "The Bay" fündig. Alle diese Läden sind Ketten und kommen zumindest auf Vancouver Island vor, ich vermute aber, dass man sie in ganz Kanada finden kann. 

Bei Vancouver Island fällt mir ein: Wer in Nanaimo ist sollte unbedingt mal das "Woodgrove Centre" an der Straße Richtung Parksville besuchen. Hier gibt es wirklich alles, insgesamt ungefähr 150 Geschäfte, u.a. ein Levis-Geschäft, das aber teuer ist. Als wir nach dem Weg fragten sagte man uns: "Zweite Kreuzung links und dann gleich rechts hinter der großen Wasseruhr...." und ich rede nicht von dem Weg zum "Woodgrove Centre" sondern von dem Weg im Centre...Um alle Schaufenster einmal gesehen zu haben, sollte man schon 2 Stunden einplanen.
 

Lebensmittel: Im Grunde gibt es in den Supermärkten das Gleiche wie hier, nur: Alles ist extrem süß, die Butter ist gesalzen, der Käse ist gefärbt und es gibt fast nur labberiges Weißbrot. Die meisten Sachen sind extrem fettarm, Joghurt mit 0,1% Fett schmeckt dummerweise auch mehr nach Pudding. Auf der anderen Seite ist alles extrem süß. Versuchen Sie mal eine Tüte Weingummis auch nur zur Hälfte zu essen. Wir haben den Rest weggeworfen und ich bin wahrlich kein Kostverächter wenn es um Naschen geht. "Ritter Sport" für 4,- DM wäre vielleicht eine Alternative gewesen, aber die wäre einem dann wohl aufgrund des Preises im Halse stecken geblieben.

Zucker gibt es hier nicht in Tüten sondern in Säcken bis zu 10 kg und ich rede nicht von einem Großmarkt. Weingummi gibt es dann auch gleich in Tüten bis zu 2 kg. Es ist sehr schwer irgendetwas zu finden was in etwa unserem Geschmack entspicht. Sogar das Brot ist süß.

Restaurants haben wir keine besucht, wir hatten ja eh schon Angst, dass das Geld nicht reicht und nachdem wir uns mal die Preise angesehen haben zzgl. Tax und Tip, naja, dafür haben wir am Schluß eben Klamotten gekauft. Dafür haben wir uns reichlich "Fastfood" geholt. Hier gibt es unzählige Burger-Ketten, Mc Donalds und Burgerking sind hier nur einige von vielen. Das ist auf jeden Fall recht günstig. Z.B. gibt es bei Mc Donalds Ketchup und was man zum Essen sonst noch so braucht kostenlos in Hülle und Fülle dazu. Nimmt man ein "Meal" bekommt man für fast nichts ein 0,5 Ltr Getränk und reichlich Pommes dazu. Und wer gerne etwas mehr Fleisch hat, der ist sicher mit dem Double Big Mäc oder einem Double Quaterpounder gut bedient.
 

Die Kanadier: Alle Kanadier mit denen wir zu tun hatten waren sehr, sehr nett. Natürlich haben sie auch einige Eigenarten. So wird z.B. jeder Weg der länger ist als der Weg von der Tür bis zum Auto grundsätzlich mit dem Wagen zurückgelegt. Dazu ein kleines gehässiges Rechenbeispiel: Tritt man aus der Tür und der Wagen steht rechts in 50m Entfernung, und man möchte zum Briefkasten, der links in 60m steht, nimmt man natürlich das Auto.:) 

Die Beziehung zum Auto ist eine völlig andere als hier. Das liegt ganz sicher zum Einen an den Benzinpreisen und zum Anderen an den Autos selbst, die deutlich größer und bequemer sind. Den Motor an Bahnschranken abzustellen ist den meisten hier völlig fremd. So kann es einem konkret passieren, dass man morgens das Motelfenster zum Lüften öffnet während der Zimmernachbar als erstes Frühstück holt und dann den Wagen während des Frühstücks und des Einpackens gleich laufen läßt, rückwärts vor dem geöffneten Fenster. Das hatten wir mehr als nur einmal.

Morgens sieht man die Kanadier in großen Schaaren in den Fastfood-Läden frühstücken und den ganzen Vormittag sieht man Menschen mit großen Papp- Kaffeebechern in der Hand rumlaufen.

Wie schon gesagt: Nett sind sie alle. Ein Beispiel: Ich habe jemanden, der im Vorgarten gerade den Rasen mähte nach dem Weg gefragt. Er hat sofort alles stehen un liegen lassen, seine Frau zur Hilfe geholt und mir geduldig so oft den Weg beschrieben bis ich es wirklich verstanden hatte. Zum Abschluß hat er mir dann gleich noch seine Karte geschenkt. 
 

Autofahren: Das Autofahren hat in Kanada eine ganz andere Dimension, aber fangen wir beim Tanken an. Benzin kostet weniger als eine Mark und das obwohl auch hier die Preise heftig gestiegen sind. Das Benzin in den Tank zu bekommen ist allerdings etwas schwieriger als zu Hause. Nachdem man in alter Gewohnheit die Zapfpistole in den Tank gesteckt hat und den Hebel drückt, passiert erstmal gar nichts. Man muß erst noch den mehr oder weniger gut versteckten Hauptschalter an der Zapfsäule finden und das war wirklich an jeder Tankstelle anders. Mal war es eine Taste zur Auswahl der Oktanzahl, mal war es ein großer Hebel der umgeworfen werden mußte. Das mag auch der Grund sein, warum es dort so viele Tankstellen mit Service gibt.

Entgegen aller Erwartungen hat unser 3,5 Liter Oldsmobile dann aber nur zwischen 6 und 8 Litern auf 100 km verbraucht. Erstaunlich für ein so großes Auto, mit einem wahrlich beeindruckenden Motor.

Das Fahren selbst ist dann durch unzählige Schilder stark reglementiert. Wer behauptet wir hätten in Deutschland einen "Schilderwald" war nie in Kanada. So werden z.B. vor fast jeder Kurve durch reichlich Schilder Geschwindigkeiten empfohlen, 70,50,30, trucks gear down,... und vor einem 50 m langen Tunnel wurde durch 3 riesengroße Schilder auf alle möglicherweise daraus resultierenden Gefahren hingewiesen.

An die Geschwindigkeitsbegrenzungen gewöhnt man sich schnell. Durch den "Tempomat", die Automatik und "Traction Control" macht der Wagen dann fast alles automatisch und man kann sogar als Fahrer recht viel von der schönen Landschaft sehen.

Die Straßen sind außerhalb der Städte leer genug um spontan auf dem Highway anzuhalten und Fotos zu machen.
 

Motels: Die Motels sind relativ teuer, dafür bieten sie kein Frühstück und kein Abendessen.:) Man sollte sich das Zimmer und vor allen Dingen das Bett ruhig vorher mal ansehen. Wenn man entsprechend selektiert bekommt man für das Geld jedenfalls ein vernünftiges Zimmer. Fast immer sind Motels sehr leicht gebaut, dadurch hört man meist recht viel vom Zimmernachbarn und vom Verkehr. Liegt das Motel nur ein paar Meter abseits der Straße wird zumindest der Verkehrslärm deutlich weniger. Andererseits hat man ja in einem so erlebnisreichen Urlaub sowieso einen gesunden Schlaf.
 

Sonstiges: kommt noch...